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Aktuelles
aus Deutschland:
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Liebe Leserinnen und Leser!
Liebe Leser/innen! Liebe LeserInnen!
Heute: Das Geschlecht in der Sprache
Text für
Anfängerinnen und Anfänger
Text für
Fortgeschrittene
lettura per i principianti:
der, die, das...
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Ihr wisst, dass es drei Geschlechter in der deutschen Sprache gibt: männlich, weiblich und sächlich.
In Deutschland ist man in den 80er Jahren darauf aufmerksam geworden,
dass die weibliche Form vielleicht zu oft nicht benutzt wird.
Feministische Linguistinnen (und andere Frauen und Männer) finden
es diskriminierend, wenn man nur von "Studenten" (m. pl.) spricht,
obwohl Studenten UND Studentinnen gemeint sind.
Es hat sich aber schon viel verändert. Man sagt heute "Studentinnen und
Studenten" oder "Studierende", "Damen und Herren", und in der Zeitung
steht: "Bäcker/in gesucht".
Was meint Ihr: ist es übertrieben, immer explizit von Frauen UND Männern zu sprechen, oder ist es wichtig und gerecht?
das Geschlecht sesso
männlich maschile
weiblich femminile
sächlich neutro
die 80er Jahre (achtziger Jahre) gli anni 80
aufmerksam werden rivolgere la propria attenzione a, accorgersi
vielleicht forse
benutzen utilizzare
diskriminierend discriminatorio
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obwohl benché
meinen riferirsi a
sich verändern cambiare
die Zeitung giornale
die Bäckerin, der Bäcker fornaio
übertrieben esagerato (übertreiben = esagerare)
explizit esplicitamente
wichtig importante
gerecht giusto
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lettura per gli avanzati
Man muss seinen Weg selbst finden.
Die Schüler werden gebeten, in den Fluren nicht zu
rennen.
Das weiß doch jeder!
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Was ist das Besondere an diesen
Sätzen? Empfindet Ihr sie als mehrdeutig? Wie versteht Ihr sie – wer
ist gemeint? Sollen auch Frauen ihren Lebensweg
autonom gestalten, müssen die
Schülerinnen im Korridor auch aufs Rennen verzichten, und wissen auch Frauen, was „jeder“ weiß?
Linguistinnen der feministischen Linguistik arbeiten seit den 80er Jahren
daran, das „generische Maskulinum“ aus dem Sprachgebrauch
zu verbannen. Allgemeine Auffassung
ist zwar, dass Frauen bei solchen Sätzen stets „mitgemeint“ seien und dass man sie daher nicht extra nennen müsse. Doch auf diese Weise, so
die Linguistinnen, spiegelt die
Sprache patriarchalische Gesellschaftsstrukturen
wider und beeinflusst ihrerseits
auch das Denken.
Teils sind Ausdrücke in „männlicher“ Sprache auch einfach unlogisch: die berühmte feministische
Sprachwissenschaftlerin Luise F. Pusch hat einmal auf dem Beipackzettel einer Tamponpackung
gelesen: „Die Menstruation ist bei jedem (dativo singolare maschile) ein bisschen anders“. Bei jedem??!!!
Menschen, denen Gerechtigkeit in
der Sprache wichtig ist, haben viele Vorschläge
gemacht, um für mehr Ausgeglichenheit
zu sorgen.
* Man kann jetzt zum Beispiel „frau sagt“ statt „man sagt“
(generico „si dice...“) sagen;
* in Anreden
heißt es „Meine Damen und Herren“;
* in Stellenannoncen
wird ein oder eine „Gärtner/in“ oder
„GärtnerIn“ (mit sogenanntem „Binnen-I“)
gesucht;
* Berufsbezeichnungen werden allgemein
oft generisch ausgedrückt („die Lehrkraft“ statt Lehrer oder Lehrerin, „Zugpersonal“ statt Zugbegleiterin oder -begleiter),
* oft werden neutrale Pluralformen, die man aus Partizipien kreiert hat, benutzt („die Studierenden“
statt Studentinnen und Studentinnen, „die Auszubildenden“,
„die Beschäftigten“).
2008 hat auch die EU Leitlinien zum
Thema herausgegeben: „geschlechtergerechter Sprachgebrauch beim Europäischen
Parlament“.
Manche wollen noch mehr: auf dem Bürgerinnensteig
spazieren und einen Leserinnenbrief
schreiben...
Eine Idee: in einer Sprache, die wirklich "gerecht" ist, müssten auch Konzepte, die negativ besetzt sind, auf Frauen und auf Männer bezogen werden. Verbrecherinnen und Verbrecher, Diebinnen und Diebe, Steuerhinterzieherinnen und Steuerhinterzieher...
PS.
Auch die italienische Sprache ist auf
ihre Geschlechtergerechtigkeit hin untersucht worden. Wenn Euch das Thema interessiert, schaut Euch
also zum Beispiel gern auch die Studie Il sessismo nella lingua italiana
von Alma Sabatini (1991) an.
Fürs Deutsche sind die Bücher von Luise Pusch sehr zu empfehlen: sie sind sehr klug
und sehr sehr witzig geschrieben,
allerdings in nicht ganz einfacher Sprache. Auch Senta Trömel-Plötz hat
besonders wichtige Literatur zum Thema verfasst. Die beiden sind die Begründerinnen der feministischen
Sprachwissenschaft in Deutschland.
Man muss seinen Weg selbst
finden. Bisogna trovare la propria strada da soli.
Die Schüler werden gebeten,
in den Fluren nicht zu rennen. Gli alunni sono pregati di non correre nei
corridoi.
Das weiß doch jeder! Ma lo
sanno tutti! |
besonders, das Besondere
speciale, il particolare
empfinden sentire, provare
mehrdeutig ambiguo
der Lebensweg corso della vita
gestalten creare, organizzare
rennen
correre
verzichten rinunciare
jeder ognuno (m)
der Sprachgebrauch uso linguistico
aus... verbannen bandire da...,
esiliare
allgemein comune
die Auffassung opinione
mitmeinen riferirsi a, fra gli altri e senza specificarlo
nennen denominare,
menzionare
widerspiegeln rispecchiare
die Gesellschaftsstruktur struttura sociale
beeinflussen influenzare,
influire su
seinerseits, ihrerseits da parte sua
der Ausdruck l`espressione
männlich maschile
unlogisch illogico
der Beipackzettel foglio delle istruzioni
die Tamponpackung pacchetto di assorbenti interni
die Gerechtigkeit la giustizia
der Vorschlag la proposta
die Ausgeglichenheit equilibrio
die Anrede appellativo
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die Stellenannonce inserzione di lavoro
die Gärtnerin/der Gärtner giardiniere
die Berufsbezeichnung denominazione della
professione
generisch generico
die Lehrkraft insegnante
das Zugpersonal personale di bordo treno
die Zugbegleiterin/der Zugbegleiter ‚assistente di
bordo treno’
kreieren creare
die/der Auszubildende apprendista
die/der Beschäftigte l`impiegato/a
die Europäische Union (EU) l`Unione Europea
die Leitlinie direttiva
der Bürgersteig (der Bürger
+ der Steig) marciapiede
der Leserbrief (der Leser +
der Brief) lettera al direttore
positiv/negativ besetzt
sein essere connotato
etwas auf jdn/etwas beziehen riferire qc a qu/qc
Verbrecherin/Verbrecher delinquente
Diebin/Dieb ladra/ladro
Steuerhinterzieherin/Steuerhinterzieher evasore
auf etwas hin untersuchen esaminare qc su qc
das Geschlecht il genere
empfehlen raccomandare
klug intelligente
witzig divertente
die Begründerin/der
Begründer
fondatore, fondatrice
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Schönes Wochenende!
(...oder schöne Wochenendin?)
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Grammatikpille
I sostantivi composti
Quando si crea un
sostantivo composto, è sempre l'ultimo sostantivo – il cosiddetto
sostantivo di base – a determinarne il
genere e anche il significato di base, mentre i sostantivi che lo
precedono sono solo sostantivi descrittivi o di specificazione.
die Kaffeetasse –
tazza da caffè
eine Tasse Kaffee –
una tazza di caffè
das Bierglas –
bicchiere da birra
die Kartoffelsuppe –
zuppa con le patate
Fugen "-s-" und "-n-"
Quando si compongono due sostantivi
spesso si aggiunge nel mezzo un “elemento collante”: una “s” o
una “n” o altri elementi (er, en, e)
.
I sostantivi che finiscono in -keit,
-heit, -schaft, -ung, -ut, -ion, -tät, -tum aggiungono sempre
una „s“.
Umleitung
sempfehlung,
Freiheitsgedanke,
Fruchtbarkeitsrituale,
Freundschaftsdienst,
Universitätsprofessor,
I sostantivi che finiscono in “e”
aggiungono una “n”:
Nasenbein, Kundendienst,
Hosenbein,
Rosenstiel
Ulteriori informazioni qui!
PONS
dizionario
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